Elektro-Kettensäge McCulloch PR 1900

Die Kettensäge gehört dem Bruder meiner Frau und sie würde nichts mehr tun. Sie hätte sich mit einem unruhigen Lauf und einem seltsamen Geruch verabschiedet. Da er ein gründlicher Mensch ist, gab er auch die Bedienungsanleitung dazu. Dort hatte er vermerkt, daß er sie im August 2008 gekauft hatte. Soso, 12 Jahre ist sie also alt. Ausgepackt und angeschlossen. Nichts. Also mal aufmachen. Wenn man sich das Teil so ansieht, so macht es Sinn, die Werkbank zunächst mit Pappe oder Ähnlichem auszulegen. Nach Lösen der Mutter am Schwert kann man die Blende abnehmen und Kette und Schwert ausfädeln. Dann löst man die drei Schrauben, die den schwarzen Griff halten und legt ihn auf die Seite. Dann clipst man den E-Ring aus und kann Unterlegscheibe und Antriebsrad entnehmen. Nun löst man die Schrauben, die die beiden Gehäusehälften zusammenhalten (Torx 15). Jetzt kann man die rechte Gehäusehälfte abnehmen. Man legt die Säge nun so auf die Werkbank, daß der Verschluß für den Tank des Öls nach oben zeigt. Diesen schraubt man auf, entleert den Tank und zieht den Deckel ab. Auf der anderen Seite findet man drei Pfeile im Chassis, die auf drei Schrauben deuten. Löst man diese, kann die andere Gehäusehälfte abgezogen werden und man kann sich den Motor anschauen. Dann löst man im Kreis die Schrauben für das Getriebeteil und trennt es. Ok, der Halter für die Druckfeder einer Schleifkohle war am Motor abgebrochen. Das Teil lag mit Feder glücklicherweise noch im Gerät. Alles in diesem Bereich war heftig verölt. Nun ran an den Rechner, vielleicht gibt es ein Ersatzteil. Prima, Teileliste gefunden, Teil gefunden ( Holder: McCulloch Nummer 00248957, PINELX 538048957). Lange gesucht, ob jemand das Teil liefern kann. Dann fand ich einen Teileversand in Dresden und bestellte. Drei Tage später bekam ich eine E-mail, drucks..tut uns leid, gibt’s doch nicht mehr. Aber Ihr Geld bekommen Sie wieder. Na immerhin. Also wieder ran an die Maschine. Auf der Seite des Antriebs rundrum alle Schrauben gelöst und Motorteil ausgebaut. Motor zerlegt und Bürstenhalter ausgebaut. Mit Bremsenreiniger gründlich entfettet und das abgebrochene Teil mit Zweikomponentenkleber wieder befestigt. Dabei ist es ein ständiges Überwachen, daß der Kleber nicht in die Führung für die Druckfeder läuft, bis der Kleber abgebunden hat. Ist recht stabil geworden. Nun den Motor wieder komplettiert und in die Gehäusehälfte eingesetzt. Beim Einsetzen des Getriebes muß man vorher die kleine Ölpumpe ausbauen, da sie auf einem Exzenter des weißen Getrieberades läuft. Sonst geht das nicht zusammen. Nachdem das Gerät wieder komplettwar, wurde es angeschlossen und lief los. Ein mächtiges Bürstenfeuer und der Gestank zeigte leider, daß der Motor noch einen weiteren Schaden hatte und die Säge nicht mehr zu retten war. Ein Anbieter hatte zwar den Motor noch, aber bei einem Preis von 120€ war's vorbei für das Teil, nachdem ich geschaut hatte, was für eine neue Kettensäge aufgerufen wird. Der gesamte Vorgang brachte mich ein wenig zum Nachdenken. Die meisten meiner Geräte in Werkstatt und Garten habe ich über die Zeit von einer Firma angeschafft. Fängt mit B an. Brauche ich ein Teil, gehe ich auf die Seite der Firma, besuche den Ersatzteilkatalog und finde was ich brauche. Auch für Geräte, die über 30 Jahre alt sind.


Kette und Schwert abgenommen


Antriebsrad


Getriebe


Öltank


Lage der Ölpumpe


Schläuche zur Ölpumpe


Ölpumpe ausgebaut


Bremsband für Abtrieb


Bremsband eingehängt


Motor mit Gehäuse


Motor zerlegt


Feldpaket Motor


Bürstenträger


zerbrochen


Bürstenträger geklebt


Anker geläppt


Gerät montiert


Lage der Elektrik links



Zurück